vita

München, 1963. Es gibt Zeugen: Anna Peisl ist nicht mit der Kamera auf die Welt gekommen. Das wäre auch nicht im Sinne der Eltern gewesen, die sich eher für das Berufsbild einer Medizinerin erwärmen konnten. Warum es nicht so kam?  

Vielleicht lag es an der Kamera, mit der Anna Peisl bereits in ihrer Kindheit anfing zu fotografieren? Seitdem hat sie mit dem Ablichten, dem Einfangen nicht mehr aufgehört. Sie macht nach dem Abitur ihre Assistenzjahre bei diversen Fotografen und erlebt zwei intensive Jahre von 1987 bis 89 als Reportagefotografin. Wichtige Jahre, die den Kopf schärfen für das Besondere im Alltag. Für seine Bruchstellen und kaum merklichen Verschiebungen. Im Zuge dieser Feinjustierung rückt der Mensch immer mehr in den Fokus. Anna Peisl studiert zwischen 1993 und 99 Psychologie, um diese Spezies noch besser zu verstehen – nebenbei. Denn Beruf und Berufung ist noch immer die Arbeit hinter der Kamera. Für Ihr Projekt "Scotty, Madonna und die Anderen" erhält sie 1999 das Prinz-Luitpold-Stipendium. Weitere Projekte und Ausstellungen folgen. Zeitgleich fotografiert sie u. a. für AOK, Focus, Brigitte, Disney, Siemens, Eltern, Hess Natur und Agenturen wie Bozell+Kamstra, DDB Needham, Publicis, Heye+Partner, Young+Rubicam und viele mehr. Das tut sie heute noch.

Anna Peisl lebt in München, hat ihr eigenes Studio, einen eigenen Mann und seit 1989 einen gemeinsamen Sohn.